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Die rote Laterne

Geschrieben in typisch spanisch von admin am 2 September 2007

Böse Zungen nennen die Kneipe von Antonio in Lagos so, weil im Eingang eine rote Laterne hängt. Damit, woran ihr nun denkt, hat sie aber gar nichts zu tun aber das Lokal ist trotzdem etwas ganz besonderes.

Mit Lothar und Renate waren wir zum ersten Mal hier und konnten die einmalige Atmosphäre geniessen. Zwar handelt es sich bei den Räumlichkeiten “nur” um einen Verschlag, mit den Jahren ist aber alles total mit Grünzeug zugewuchert und die kleinen Nischen und Ecken sind sehr lauschig. Drinnen ist es ebenfalls sehr urig und es steht sogar ein uralter Kanonenofen zum Heizen herum.

Gegessen haben wir hier immer ausgezeichnet und Unmengen. Die Senora kocht selber und kontrolliert mit Sperberaugen, ob man auch genügend gegessen hat. Selten konnten wir alles aufessen, dann ist sie beleidigt.

Zur Veranschulichung hier das Menü bei unserem ersten Besuch, für vier Personen, versteht sich: Zur Vorspeise trägt Antonio eine riesige Platte mit Sardinen auf. Jeder isst etwa sechs Stück und die waren nicht winzig. Als die Platte leer ist, tritt Antonio wieder auf den Plan. Er hat noch eine Schüssel mit Sardinen dabei. Nach weiteren vier Flösslingen, für jeden, sind wir schon fast satt. Nun bringt Antonio eine riesige Schüssel mit Salat. Es folgt eine noch grössere Schüssel mit einem Eintopf aus Huhn, dazu eine Platte Pommes sowie eine weitere Platte gedämpfte Peperoni. Zwischendurch tritt die oben schon erwähnte Senora auf den Plan und beklagt sich, weil noch so viel in den Schüssel und auf den Platten liegt. Wir geben uns alle Mühe, können aber unmöglich alles verdrücken. Wir platzen schon fast, da kommt die Senora noch einmal mit einer Bratpfanne in der Hand; darin vier brutzelnde Spiegeleier. Natürlich müssen wir auch diese noch verspeisen und wir können uns anschliessend kaum mehr rühren. Es ist aber noch nicht zu Ende, denn zum Nachtisch gibt es noch frische Melonen. Wir brauchten etwa drei Tage, bis wir diese Mengen verdaut hatten.

Ein anderes Mal gab es Huhn. Viel Huhn, wie ihr euch jetzt sicher vorstellen könnt. Zum Schluss sind drei riesige Keulen übrig, die wir uns einpacken liessen und mitnahmen. Wir hatten damals geraden den noch kleinen Lupo zum ersten Mal bei uns und wir wussten, dass wir auch am nächsten Tag kein Huhn mögen. Drei Hunde - drei Keulen, das passte gut. Wir wussten allerdings nicht, ob Lupo die Hühnerknochen auch richtig kaut, weil diese spilttern sind sie für Hunde nicht ungefährlich. Unsere beiden können damit umgehen und wir entschieden, es zu wagen. Jeder bekam als eine der riesigen Keulen. Unsere beiden machten sich sogleich daran, Fleisch und Knochen säuberlich zu zerteilen und die Knochen zu zermalmen. Nicht so Lupo. Der schnappte sich die Keule und schwupp, war sie mit Stumpf und Stiel verschwunden - ohne dass er ein einziges Mal gekaut hatte. Dabei war die Keule beinahe so gross wie der Hund! Nun waren wir total erschrocken, denn wir wussten nicht, ob Lupo an dem Teil ersticken würde. Wir beobachteten ihn stundenlang, doch zum Glück geschah nichts weiter.

Unsere Empfehlung für alle Abenteurer, die es gerne urig, gemütlich und Bodenständig haben - eben typisch spanisch.

Buñuelos

Geschrieben in typisch spanisch von admin am 1 September 2007