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Donnerstag, 04.12.08

Geschrieben in Dezember 2008 von Daniela am 9 Dezember 2008

Gegen 5.30 Uhr zappelte Peter herum. Wir konnten die Lichter von Teneriffa sehen und schauten auf dem Balkon eine Weile zu, wie sich das Schiff ganz langsam in den Hafen bewegte. Leider haben wir scheinbar die falsche Seite erwischt. Auch auf Gibraltar und Casablanca stand das Schiff so, dass wir von unserem Balkon aus nur das Meer sehen konnten. Ob das auf der ganzen Reise so bleibt? Wir rechneten uns aus, dass wir auch auf dem Atlantik sozusagen auf der Schattenseite sein würden, weil unsere Kabine vom Heck aus gesehen auf der rechten Seite liegt. Aber was soll’s, Sonne haben wir das ganze Jahr ja mehr als genug.

St. Cruz de Tenerife
Wir schliefen bis 7 Uhr, duschten und gingen hinauf zum Frühstück. Wieder setzten wir uns auf dem Achterdeck an einen Tisch. Um 8 Uhr waren wir schon Landfein und riefen Doris und Luis an. Die beiden hatten aber noch nicht gefrühstückt und schickten uns alleine los. Wir wollten noch einige Besorgungen machen und verliessen das Schiff. Wir folgten den anderen Leuten und einer blauen Linie, die quer über die Pier zum Hafenausgang führte. Schon an der Hafenmole fanden wir ein Internetcafe, welches wir auf dem Rückweg besuchen wollten. Diesmal war der Weg aus dem Hafen nicht so weit, wie in Casablanca und in der Stadt waren die Menschen gerade dabei, ihre Läden aufzuschliessen. Wir gingen eine breite Strasse hinauf und bogen dann links ab. Dort stiessen wir auf einen rund angelegten Mark mit dem Namen “Die der herzlichen Senora von Africa” oder so ähnlich. Es handelt sich um ein rundes Gebäude mit einem offenen Innenhof mit diversen Marktständen mit Gemüse, Fleisch, Fisch und Blumen und einem Supermarkt im Untergeschoss. In diesem Supermarkt kauften wir die lange vermissten Feuchttücher sowie eine neue Haarbürste. Die ebenfalls fehlende Zahnseide vergassen wir. Anschliessend setzten wir uns im gemütlichen Innenhof zwischen die Marktstände und tranken einen hervorragenden Kaffee.
In Gibraltar war uns aufgefallen, wie nett und zuvorkommend die dortige Bevölkerung im Gegensatz zu den “normalen” Spaniern war. Autofahrer hielten lächelnd an und deuteten mit Handzeichen an, dass sie uns Fussgänger den Vortritt liessen und auch die umherwuselnden Menschen (nicht die Touristen) hatten alle ein Lächeln auf dem Gesicht. Die Spanier sind da eher verschlossen, um nicht zu sagen oft etwas griesgrämig. Genauso war es mit den Menschen in Casablanca. Lauter freundliche offene Gesichter. Hier wiederum, auf spanischem Boden, wieder eher die verschlossenen Mienen.
Gleich auf der anderen Strassenseite fanden wir eine Ferreteria, wo wir einen Dreifachstecker und ein Verlängerungskabel kauften. Unsere Steckdose in der Kabine war nämlich defekt und bisher hatte es auch der Bordelektriker noch nicht hinbekommen, sie zu reparieren. Es gibt aber unter dem Tisch eine weitere Steckdose für den Kühlschrank, wo wir jetzt den Mehrfachstecker einstecken können und ich somit auch den Computer brauchen kann.
Nun fehlte noch Zahnseide und Tabak, was wir beim Bummel durch die Gassen auch noch auftreiben konnten. Danach gingen wir langsam zurück zum Schiff und kurz davor ins Internetcafe. Zwar klein und eng aber gut ausgerüstet, war sogar Skype geladen. Weil ich aber meine Passwörter vergessen hatte, ging Peter kurz zum Schiff um sie zu holen und ich rief in der Zwischenzeit die Mails ab. Ich stellte fest, dass ich das Passwort doch wusste. Chris hatte geschrieben und ich antwortete ihr gleich. Und auch an Papi schrieb ich, denn der war anscheinend auf der Suche nach Tino, den er weder über Skype noch über Mail erreichen konnte. Danach versuchte ich Tino zu erreichen. Dies war nicht ganz einfach, denn zuerst reagierte er auf meine SMS nicht. Dann rief ich kurz durch und scheuchte ihn an den Computer. Vorher hatte Peter schon mit seinem Vater geskypte, allerdings war die Verbindung auch nicht die allerbeste. Als dann Tino endlich an der Leine war, mussten wir uns ebenfalls mit den Textnachrichten begnügen. Viel mehr, als dass alles in Ordnung sei, und dass Rossi, der am letzten Abend vor unserer Abreise wieder bei uns aufgetaucht war, viel fresse, teilte er aber nicht mit. Mehr wollte ich eigentlich auch gar nicht wissen, nur, dass keine Katastrophen ausgebrochen waren. Ausserdem meinte er noch, es wäre immer noch fröstelig. Bei uns wird es zum Glück jetzt jeden Tag wärmer…

Viel Wasser
Wir begaben uns wieder aufs Schiff und gingen zum Achterdeck. Von dort aus konnten wir um 13 Uhr das Ablegemanöver mitverfolgen. Zwei Ausflugsbusse waren kurz vor eins erst angekommen, gleich danach wurde abgelegt. Dazu waren drei Autos vorgefahren und ein paar Hafenarbeiter ausgestiegen. Sie lösten auf Kommando die Leinen von den Pollern und nach einem langen Hupen setzten sich die Maschinen in Bewegung und drückten uns vom Pier weg. Der Lotse ging kurz danach von Bord. Wie wir später erfuhren hat dieses Schiff aussenliegende Motoren. Der Vorteil liegt darin, dass es selbständig in alle Richtungen fahren kann und deswegen nicht geschleppt werden muss. Der Nachteil sei aber, dass bei Störungen am Motor das Schiff ins Trockendock muss.
Wir tuckerten langsam aus dem Hafen. Schon ein etwas seltsames Gefühl. Nun folgten gute 2600 Seemeilen nur Wasser. Nächste Station Barbados.
Wir gingen in unsere Kabine und verfolgten die Fahrt entlang der Küste von Teneriffa. Nun kam auch der Teide, mit gut 3000 Meter Höhe der höchste Berg Spaniens ins Bild, denn zuvor war er von Wolken verhüllt gewesen. Wir konnten gut sehen, dass es sich bei diesem Berg um einen Vulkan handelt, der Krater ist sehr ausgeprägt.
Kurz vor 18 Uhr trafen wir uns zum Sundowner wieder mit Doris und Luis. Diesmal wieder in deren Kabine, weil Doris noch bei der Massage war. Wir tranken schon mal einen, konnten aber durch Wolken und den Kurs des Schiffs keinen Sonnenuntergang sehen. Nun war auch die letzte Insel in den Wolken verschwunden - wir hatten nur noch Wasser rund um uns herum.
Dann gingen wir in unsere Kabine und ich startete den Computer. Allerdings hatte ich noch keine Lust zu schreiben, übertrug aber die Fotos. Dann gelüstete uns nach Essen, aber nicht im Restaurant. Wir gingen zu Salat und Pizza und dort fanden uns dann auch Doris und Luis, die vom Essen im Restaurant kamen. Sie überredeten uns, wenigstens zum Nachtisch ins Restaurant zu gehen, was wir dann auch taten. Unser Tisch ist zwar in einer eigentlich ruhigen Ecke, allerdings scheint hinter der Wand gleich der Schiffsmotor zu sein, denn es rumpelt und vibriert heftig. Hier wird also nicht unser Lieblingsplatz sein.
Anschliessend begaben wir uns wiederum zum Achterdeck und genossen den Ausblick auf das schwarze Meer.

Wetter
Bedeckt, 18°.

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