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Freitag, 05.12.08

Geschrieben in Dezember 2008 von Daniela am 9 Dezember 2008

Erster Seetag
Langsam scheine ich mich ans Nächtigen auf dem Schiff zu gewöhnen. Zwar tun mir am Morgen immer noch alle Knochen weh, aber es geht jeden Tag besser. Auch das Einschlafen fällt mir immer noch etwas schwer, an die Bewegung des Schiffs und die Geräusche werde ich mich aber schon noch gewöhnen.
Ich wachte wieder früh auf, wir hatten schon wieder eine Stunde gewonnen und waren gegenüber der Normalzeit jetzt schon zwei Stunden früher. Das Bordfernseen meldete bei meinem ersten Blick 6 Uhr. Ich schlief noch bis 7, dann war es hell und ich stand auf. Peter kroch auch aus dem Bett und wir gingen hinauf zum Achterdeck und tranken in Ruhe den ersten Becher: Peter Tee, ich heisse Schokolade. Danach bedienten wir uns am Frühstücksbuffet und machten anschliessend eine Runde um das Schiff.
Wieder in der Kabine wollte ich endlich anfangen zu lesen. Bisher hatte ich noch nicht eine Zeile geschafft, doch ich kam nur zwei Seiten weit, dann schlief ich ein. Peter schaute fern, immer noch bekamen wir ARD und ZDF herein, aber wohl nicht mehr lange.
Um 12 Uhr gingen wir wieder hinauf zum oberen Achterdeck. Dort hatten wir die Webcam ausfindig gemacht. Ich hatte Chris geschrieben, dass wir immer um 14 Uhr dort winken würden. Nun entsprachen wir dieser Ansage und machten uns vor den anderen Leuten zu Deppen. Die schauten nämlich etwas kariert, als wir zappelnd auf dem Deck herum hüpften. Die Frage ist nun nur, ob uns Chris oder sonst jemand auch sieht. Wir bekommen zwar die Webcams im Bordfernsehen herein, allerdings zeigen sie hier einen Film, während im Internet ein Standbild zu sehen ist. Ausserdem ist die Distanz doch ziemlich gross und es wird wohl schwierig, jemanden zu erkennen. Wir hatten ausserdem ausgerechnet, dass wir am Ende immer morgens um 9 winken müssen, denn bis wir den Atlantik überquert haben, sind wir fünf Stunden im Vorsprung.
Danach fing ich endlich an, Tagebuch zu schreiben. Allerdings kam ich nur bis zum zweiten Tag unserer Reise, danach mussten wir schon wieder essen gehen.

Das Schiff
Und jetzt sind eigentlich schon wieder zwei Tage vergangen, denn es ist schon Montag. Aber der Reihe nach:
Für das angekündigte Spezialitätenbuffet waren wir um 14.45 Uhr schon zu spät. Das war schon weggeräumt. Nun war es aber nicht so, dass es nichts mehr zu Essen gab. Wir bedienten uns an den zahlreichen anderen Buffets. Die Essenszeiten sind aber eher auf Nordeuropäische Verhältnisse ausgerichtet. Frühstück gibt es ab 7 Uhr bis 11 Uhr, verteilt auf Deck 9. Ausserdem im Restaurant auf Deck 2. Dort gibt es sogar Porzellangeschirr, was auf Deck 9 wegen der Pools nicht der Fall ist. Mittagessen gibt es ab 12 Uhr bis 16 Uhr, wie Frühstück auf Deck 9 und ebenfalls im Restaurant. Von 16 bis 17 Uhr gibt es Nachmittagstee mit Kuchen. Das Abendessen ist in zwei Sessionen aufgeteilt. Um 19 Uhr die ersten, um 21.30 Uhr die nächsten. Wir haben uns 21.30 Uhr ausgesucht. Dann gibt es von 11 bis 1 Uhr immer Pizza und Salat. Ausserdem gibt es noch ein “Bezahlrestaurant” und das “Wellness-Restaurant”, zu welchem wir keinen Zutritt haben.
Zwischendurch kann man sich in 13 Bars vergnügen. Es gibt ein Casino, ein Theater über 4 Stockwerke, ein kleineres Theater und diverse Bühnen, wo dauernd Musik gespielt wird - von Klassik über Schnulzen bis zu fetzigen Rhythmen. Auch eine Disco fehlt nicht.
Man kann ein grosses Fitnesscenter aufsuchen, in die Sauna gehen, zum Friseur, diverse Massagen und Anwendungen buchen und sic natürlich in den drei Pools und vier Whirlpools vergnügen.
Es gibt verschiedene Salons zum Kartenspielen und sitzen, um Zigarre zu rauchen und natürlich ein paar Zollfreishops, ausserdem eine Kapelle und ich habe bestimmt noch ein paar Sachen vergessen.
Als Lobby dient ein grosser Raum mit Bar und Tanzfläche, von dem drei Glaslifte abgehen. Die Höhe des Raums zieht sich bis ganz hinauf zu Deck 11, dem obersten Stock und man steigt mit dem Lift sozusagen in schwindelnde Höhen.
Natürlich gibt es rund um das Schiff diverse Decks, auf denen Liegen stehen und wo man spazieren kann. Ausserdem einen Tennisplatz und eine Joggingbahn.
Dann haben wir erfahren, dass das Schiff über etwa vier Küchen verfügt. Eine davon ist für das Personal und diese ist wiederum in einen asiatischen und einen europäischen Trakt aufgeteilt. Die Offiziere sowie der Kapitän sind vorwiegend Italiener oder Europäer. In der Wäscherei sind vor allem Chinesen beschäftigt (die haben zwei Waschmascinen, von denen eine jeweils 150 kg Wäsche fasst) ansonsten viele Philippinos, vor allem in der Küche und beim Putzen.

Nachdem wir endlich wieder satt waren (das letzte Mal hatte ich hunger, als wir in Gibraltar auf das Schiff gingen), beschäftigten wir uns mit Lesen und Schlafen.
Kurz vor 18 Uhr trafen wir uns wieder mit Doris und Luis auf unserem bevorzugten Deck hinter der Brücke. Da wir fast einen westlichen Kurs haben, geht die Sonne direkt im Bug des Schiffs unter. Leider gibt es im Bug kein Deck, von dem aus man einen guten Blick auf die Sonne hätte, so sie denn zu sehen wäre. Dies war nämlich nicht der Fall, es war zwar wärmer geworden, doch die Sonne hatten wir noch nicht gesehen. Den Sundowner liessen wir uns trotzdem schmecken - diesmal eine Flasche Weisswein. Ansonsten hatten wir den geschmuggelten und geschmierten Rum von Luis mit Saft vertilgt.
Anschliessend zogen wir uns wieder in unsere Kabine zurück und lasen, bevor es Zeit war, einen Happen zu essen. Wir sparten uns wiederum den Gang ins Restaurant und begnügten uns mit Salat und Pizza.
Anschliessend konnte ich Peter zu einem kleinen Spaziergang überreden, bei dem wir einen Blick ins Spielcasino warfen. Ich wollte mal sehen, wie die so spielen, doch Peter hatte keine Lust und setzte sich schmollend in eine Ecke.

Wetter
Bedeckt, 20°, See bewegt, merkt man aber nicht gross, etwas Nieselregen.

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